Priming…..hat nichts mit Primzahlen zu tun! (Text)

 

Alle mathematisch interessierten Menschen können jetzt sofort getrost aufhören zu lesen. Es sei denn, Sie wollen wissen, wie Sie etwas loswerden können, dass Sie von jeher total nervt.

Es fällt Ihnen bspw. schwer, Ihrem Gesprächspartner in die Augen zu sehen. Oder Sie können keine Kritik ertragen, sei sie noch so konstruktiv und berechtigt. Es kann auch sein, Sie sind introvertiert und in Gegenwart dominanter Menschen schweigen Sie nur, Sie trauen sich nichts zu sagen. Oder öffentlich zu reden, stellt für viele Menschen ebenfalls ein erhebliches Problem dar.

Ganz problematisch sind Süchte wie Internetsucht, Kaufsucht oder  Nikotinsucht. Die ganz harten Süchte wie Rauschgift-, Pornographie- oder Alkoholsucht möchte ich hier nicht unbedingt mit einschließen. Wobei ich es aber auch durchaus für möglich halte, auch diese Süchte mit Priming in den Griff zu bekommen. Dazu müsste man aber erste Erfolge mit einfacheren Problemen gezeitigt haben, um mit dem erworbenen Know how und den erlebten  Erfolgserlebnissen härtere Probleme anzugehen. Aber grundsätzlich möchte ich Sie im Kontext schwerer Süchte, da eher an gute Ärzte verweisen.

Was bedeutet Priming?

Jeder Mensch unterliegt einer Prägung. Priming bedeutet „Prägen“. Es handelt sich dabei um eine der fünf Gedächtnisleistungen. Das Problem ist, dass man seine Prägung in der Kindheit erhält, ohne dass man darauf Einfluss nehmen kann. Ähnlich wie der Euro, der seine Prägung als Münze in einer Prägemaschine erhält. Der kann sich auch nicht wehren oder wünschen, anstatt ein griechischer ein deutscher Euro zu werden. Wobei sich der Wert des Euros dadurch ja nicht ändert. Ähnlich sollte man dies bei jugendlichen Menschen sehen. Auch offensichtlich destruktiv geprägte Jugendliche, sollte man nicht von vornherein als gescheitert abhaken. Ich kenne Menschen, die noch viel später einen totalen Persönlichkeitswandel vollzogen haben, positiv wie negativ.

In vielen Fällen ist die Prägung durch die Eltern auch gut so, weil die elterliche Prägung meistens positiven Intentionen unterliegt. Ich denke aber, immer mehr Eltern überlassen die Prägung Ihrer Kinder mehr und mehr dem Internet, dem Fernsehen oder den Freunden in der Schule. Das Wort Erziehung, entwickelt sich allmählich zum Unwort.  Nun, das ist jetzt nicht unser Thema.

Tatsache ist, wenn ein junger Mensch erwachsen wird, muss er erst einmal mit seiner Prägung klar kommen. Das passiert relativ unbewusst. Manche Menschen merken aber früher oder später, sie verfügen über Schwächen, destruktive Denkweisen oder Wertmaßstäbe, die einer eigenen, rationalen und kritischen Beurteilung nicht mehr standhalten. Ich möchte behaupten, ein Großteil der Menschheit nimmt diese Beurteilung der eignen Prägung gar nicht vor. Diese Menschen ruhen in sich und merken gar nicht, dass sie ein vollkommen destruktives oder nichts sagendes Leben führen. Man lebt halt so vor sich hin.

Eine weitere größere Anzahl Menschen,  bemerkt den Anteil negativer oder problematischer Prägungen in der eigenen Persönlichkeit, sagt sich aber, „ich bin wie ich bin, das lässt sich halt nicht ändern“. Das ist schon mal ein großer Vorteil gegenüber der ersten Gruppe, weil es bei diesen Menschen dazu kommen kann, dass ein neues soziales Umfeld Einfluss nimmt, das  diese negative Prägung nicht offenbart, der Betroffene aber aufgrund des kollektiven Mindsets Änderungen vornimmt. Das kollektive Mindset  dient hier als Maßstab. Dieser Maßstab kann aber nur funktionieren, wenn der Betroffene sich seiner negativen Prägung bewusst ist. Hier kommt es quasi zu einem reaktiven Priming, ohne dies in Form von geplanten Maßnahmen vorzunehmen.

Das hier beschriebene kollektive Mindset,  möchte ich nicht  als Gruppezwang oder Konformitätseffekt verstanden wissen. Gruppenzwang unterliegt meist dem Diktat der sozialen Ausgrenzung, insofern der Konformität nicht entsprochen wird. Ein positives kollektives Mindset dagegen,  birgt a priori und a posteriori keinerlei Repressalien. Den Mitgliedern solcher Gruppen wird gewährt, weiter individuell zu agieren, allerdings durch Vorbildfunktion und logischen Erklärungen Konformität an den Stellen zu entwickeln, die für den sozialen Zusammenhalt oder dem Erfolg der Zielsetzung  der Gruppe dient. Stellen Sie sich eine Fußballmannschaft ohne Konformitätsdenken vor, nur von Individualisten besetzt. Die können gleich zu Hause bleiben, auch wenn es sich dabei um grandiose Fußballer handelt. Jedes Team erfordert Anpassungen des Einzelnen, sonst wird der Erfolg ausbleiben. Anpassungen also, die nicht   dem Ziel dienen, das eigne Leben Stromlinienförmiger zu gestalten, sondern Anpassungen, die den Zielen und sozialen Zusammenhalt der Gruppe dienen.

Auf die dritte Gruppe von Menschen, die Gruppe, die irgendwann eine Zäsur vornimmt und Ihre aktuelle Prägung aktiv wirkungsvoll umprägen will, auf die komme ich im nächsten Abschnitt zu sprechen.

Bewusstes Priming

Ich verrate Ihnen jetzt zwei intime Geheimnisse über mich selbst: Bis vor 14 Monaten war ich stark übergewichtig und ich bin (noch) unordentlich. Ich wog 115 kg, trotzdem ich drei- bis viermal die Woche eine Stunde lang gejoggt bin. Also ich war nie das berüchtigte Couchpotatoe.  Allerdings war ich auch ein Freund guter Speisen, mit gut meine viel, fettig und kalorienreich.

Meine Joggingstrecke lag  auf einer schönen ebenen Route, auf der ich leichtfüßig wie eine Elfe (ein Synonym für das Tier mit dem Rüssel) daher schwebte. Als ich nach Österreich zog, war meine Strecke nicht mehr eben sondern mit erheblichen Steigungen versehen. Mein Elfengefühl wich dem Gefühl einer 10 Tonnen schweren Dampfwalze mit 2,5 PS.  Meine 25 kg Übergewicht wurden zur Qual. Joggen machte mir keine Freude mehr. Ich versuchte mir einzureden, andere tragen eine Bleiweste um Kondition zu trainieren, da habe ich es besser, ich benötige eben keine Bleiweste. Mein bewusstes Bewusstsein predigte mir aber mehr und mehr, „Du musst abnehmen!“. Es entwickelte sich ein dringliches Motiv. Mein Unterbewusstsein schrie aber nach wie vor nach viel, fettig und kalorienreich.

Zu diesem Zeitpunkt fing ich an, mich mit Priming zu beschäftigen. Mir wurde klar, wenn ich langfristig wieder ein schlanker durchtrainierter Mann werden wollte, musste ich mein Unterbewusstsein in die Pflicht nehmen. Ich musste mein Unterbewusstsein zu meinem Verbündeten machen. Allein die Beschäftigung mit dem Thema Priming, generierte aus meinen Motiven eine immer stärker werdende Motivation, was die Stimme meines Unterbewusstseins bezüglich viel, fettig und kalorienreich, langsam verstummen ließ.

Bruce H. Lipton, ein amerikanischer Zellbiologe, nennt das Unterbewusstsein in seinem Buch „Intelligente Zellen“ „Der Mann hinter dem Vorhang“. Dieser „Mann“ stellt für die meisten Menschen ein großes Problem dar. In meinem Fall rief dieser Mann nach viel, fettig und kalorienreich. Es galt also, diesen Mann zu seinem Verbündeten zu machen, im Kampf gegen das, was man aufgrund rationaler Erkenntnis ändern will. Wenn man jetzt mit Diäten anfängt, werden Sie in der Regel nicht erfolgreich sein, weil der „Mann“ nach wie vor gegen Sie kämpft.

Wie bin ich vorgegangen? In meinem Rhetorik Seminar erbringe ich den Beweis, dass dieser „Mann“ nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Von daher wurde mir klar, ich muss diesen Mann manipulieren und das funktioniert auch unter Vortäuschung falscher Tatsachen.

Vorweg muss ich sagen, ich bin absolut heterosexuell veranlagt.

Ich fing an, mir durchtrainierte Männerkörper anzusehen. Jeden Tag. Die Beine interessierten mich nicht. Meine Beine waren durch das Joggen schon immer optimal proportioniert und muskulös. Mich interessierte nur der Oberkörper.

Ich steigerte mich gedanklich tief in die Vorstellung hinein, einen solchen Oberkörper selbst zu entwickeln. In den Spiegel schaute ich nur noch um mich zu rasieren. Da gibt es jetzt verschieden Techniken des Primings, die ich hier nicht weiter ausführen will. Falsch wäre es allerdings, anlog zur Strategie gegen das Rauchen, sich dicke, fette Männer anzusehen….quasi eine Strategie der Abschreckung. Da hätte mir auch der Blick in den Spiegel ausgereicht.

Für Nichtraucher mögen die Gruselbilder auf den Zigaretten Packungen abschreckend wirken, nicht mit dem Rauchen anzufangen. Für einen Raucher aber, handelt es sich bei dieser Strategie um eine – ich nenne es – Frust-Motivation. Der Raucher entwickelt über diese Frust-Motivation die „ich lebe nur einmal Einstellung“. Der „Mann“ hinter dem Vorhang wird durch „Frust-Motivation“ nicht überzeugt und flüstert ständig „Feuer, Pfeife, Stanwill“ oder „Churchill rauchte auch wie ein Schlot und wurde 90 Jahre alt“! Der Mann hinter dem Vorhang wird durch „Frust Motivation“ nicht umgestimmt.

Um ein erfolgreiches Priming durchzuführen, funktioniert nur eine – ich nenne es – Vorwärts-Motivation. Vorwärts-Motivation ist immer eine Positive Motivation. Es existieren viele Priming Werkzeuge, die eine Vorwärts-Motivation erzeugen. Eines der stärksten Werkzeuge sind Bilder.

Pornographie ist da ein exzellentes Beispiel. Pornografische Bilder sind Bilder, die so ziemlich die stärksten Netzwerke im Gehirn erzeugen, also auch ein Priming erzeugen können. Vergleichbar sind nur noch Bilder von Unfällen oder extremen Ereignissen.

Sieht man sich Pornographie nur einmal an, wirft das Gehirn dieses neue Netzwerk nach einer Zeit auf den Synapsen Friedhof. Wird Pornographie aber regelmäßig konsumiert, erzeugt das Gehirn so starke Netzwerke, dass diese Netzwerke die Herrschaft über viele Lebensbereiche übernehmen können. Da können sich sehr negative Folgen einstellen.

Tabea Freitag zeigt in Ihrer Studie „Pornos schaden dreifach“, dass Männer, die sich regelmäßig mit Pornographie beschäftigen, Frauen fast ausschließlich sexualisiert wahrnehmen. Im Gehirn bildet jede Information, je nach Stärke des Reizes, Informationsknoten, die wiederum mit anderen Informationsknoten in Verbindung stehen (Priming). Banales Beispiel:

Tisch – Stuhl oder Arbeit….

Strand – Sonne oder Meer…..

Frau – das Porno infizierte Gehirn assoziiert Sex oder aber auch sexualisierte Interaktionen, in extremen Fällen Gewaltphantasien.

Die Studie zeigt auch, dass umso stärker sich pornographische Netzwerke im Gehirn entwickeln, desto langweiliger der Konsum wird, falls es nicht zu Steigerungen kommt. Und darin liegt eine noch extremere Gefahr.

Folgende gerade von mir erlebte Situation:

Ein fragwürdiges Priming der besonderen Art. Ich saß neben einem Griechen in einem Wartesaal. Sein schönes großes Smartphone klingelte. Er schaute auf das Display, ich ebenfalls, ohne eine bewusste Intention, eher so beiläufig. Auf dem großen Display tauchte das Foto einer nackten Frau auf. Ich schaute sehr überrascht, was der Grieche bemerkte. Er lächelte mich an und hielt sich dann das Telefon ans Ohr und sprach auf Griechisch mit dem Anrufer oder der Anruferin.  Danach aktivierte er das Foto erneut, zeigte es mir und sagte mit stolz geschwollener Brust: „My wife, she is a Russion.“

Ich reagiere selten verlegen oder verschüchtert, aber in dieser Situation kam mir erst mal nur ein „Äh“ über die Lippen mit einem verzögerten „pretty“.  Die nackten Ehefrauen anderer Männer zu begutachten, gehörte bisher nicht zu meinem Repertoire. Spontan wusste ich den Besitzerstolz des Griechen auch nicht besser zu parieren.

Grundsätzlich ist es ja fast zu loben, dass sich dieser Mann auf die körperlichen Vorzüge seiner angetrauten Ehefrau primt und nicht irgendwelche Schmuddel Bildchen mit sich herumträgt. Andererseits hat mich die Einbeziehung in dieses intime Element ziemlich schockiert.

Mir stellten sich danach weitere Fragen: Vielleicht war es gar nicht die Ehefrau des Mannes? Vielleicht doch nur ein „Schmuddelbildchen“?

Falls es die Ehefrau war, stellt sich dennoch die Frage, in welchen sexuellen Kategorien denkt ein Mann, der seine Frau nackt anderen Männern zur Schau stellt?

Vielleicht war es aber auch ein Zuhälter, der die Telefonnummern seiner Mitarbeiterinnen mit Ihren Bildern assoziiert?

Fragen über Fragen, für die ich keine Antwort finde.

Aber wie gesagt: Ein fragwürdiges Priming der besonderen Art.

In meinem Seminar erfahren Sie, wie man dieses Beispiel positiv im Kontext von „Affirmation“ umsetzen kann. Das war aber garantiert nicht die Intention meines griechischen Sitznachbars.

 

Das Negativ Beispiel Pornographie zeigt aber schon sehr deutlich, dass Priming funktioniert und sogar die Persönlichkeit von Menschen frappierend ändern kann. Allerdings funktioniert das eben auch in einem positiven Kontext. Wo Schatten ist, ist auch immer Licht! Was liegt näher, als diese Technik für die Entwicklung positiver Eigenschaften zu nutzen?

 

Mein persönliches „25 kg Priming-Projekt“ nahm Gestalt an. Ich betrat die präaktionale volitive Phase (siehe Rubikon Modell), in der mir eine innere Stimme immer stärker zurief, „Du willst Deinen Gürtel wieder über dem Bauchnabel tragen! Meine Gürtelschnalle soll für andere Menschen wieder sichtbar sein! Wenn ich vom 3 Meter Brett springen, will ich die am Beckenrand stehenden Menschen nicht mehr nass spritzen!“ Ich erzählte überall herum, in 12 Monaten wiege ich 25 kg weniger! Nach fast 20 Jahren Übergewicht, konnte ich das mitleidige Lächeln meiner Frau und meiner Freunde verstehen. Aber das erzeugte in mir den „jetzt erst Recht Effekt“. Ich wollte den Rubikon als Point of no return überschreiten!

Und endlich, endlich platzte der aktionale volitive Knoten! Aus viel, fett und kalorienreich wurde jetzt gesund, bewusst und vitaminreich. Ich beschäftigte mich intensiv mit den positiven Effekten bestimmte Lebensmittel. Auch meine sportlichen Ambitionen verstärkte ich. Der Oberkörper musste ran. Ich begann an jeder Bank an der ich vorbei lief, Liegestütze zu üben. Beim ersten Mal schaffte ich satte 5 Liegestütze. Inzwischen mache ich während einer Stunde Joggen, 6 mal 35 Liegestütze. Ich habe 25 kg sukzessive abgenommen, ohne zu hungern oder zu schmachten. Durch den Muskel – Fett Austausch auch sicher mehr als 25 Kg. In den ersten sechs Monaten habe ich einzig auf Zucker und Alkohol verzichtet, sowie etwa 60% weniger Kohlenhydrate. Des Weiteren 2 Mal im Monat 2 Hafertage. Hafertage ist der Geheimtipp, Hafertage wirken Wunder. Googeln Sie mal Hafertage.

Und an alle die denken, ohne Rauchen und Rauchschwaden wird das Leben zu transparent, ohne Pommes mit Currywurst und doppelt Mayonnaise bricht mein kulinarischer Speiseplan in sich zusammen, und ohne meine drei Donuts zum Kaffee, verfalle ich in Depressionen – vergessen Sie es! Ihr positives Lebensgefühl wird ohne diese Sargnägel explodieren. Sie werden die Menschen mitleidig belächeln, die sich am Bahnhof um einen Aschenbecher scharen oder mit Schweiß auf der Stirn einen Karton Donuts nach Hause schleppen.

Streben Sie nach dieser Neuprogrammierung Ihres Mannes hinter dem Vorhang!

Die alte Bauernweisheit „Auf die innere Einstellung kommt es an“ ist genau das was den Erfolg oder Misserfolg ausmacht. Wenn Ihr Unterbewusstsein gegen Ihre rational geplanten Zielstellungen arbeitet, werden Sie Ihr Ziel nicht oder nur gegen größte Wiederstände erreichen.

Wie ich es schaffe, über Priming meine Unordnung in den Griff zu bekommen, das erzähle ich Ihnen ein anderes Mal.

 

Priming und Ihre Redefähigkeit

Ich kenne Menschen, die im Gespräch rhetorisch exzellent agieren. Trotzdem würden manche von Ihnen lieber sterben, als vor Menschen eine Rede zu halten. Von daher gehen viele Rhetorik Seminare an den eigentlichen Bedürfnissen vieler Teilnehmer vorbei. Pausentechnik, sokratische Methode, Gestik, Modulation….alles wichtige Elemente, die in ein Rhetorikseminar gehören, aber genauso so wichtig ist Berücksichtigung des Unterbewusstseins. Wenn Sie eine Rede oder Präsentation halten, bleibt der Mann hinter dem Vorhang nicht vor oder hinter der Bühne sitzen. Nein, der kommt mit auf die Bühne. Und er beeinflusst Ihr Redeverhalten.

Einerseits sollten Sie selbst daran arbeiten, dass dieser Mann Ihr Freund ist, andererseits sollte Ihr Trainer dafür sorgen, dass dieser Mann Ihr Freund bleibt.

In meinen ersten Rhetorikseminaren habe ich leider den einen oder anderen Fehler gemacht. Ich habe eben auch mit „Frustrations-Motivation“ gearbeitet, ähnlich wie die Kampagne gegen das Rauchen, mit den Gruselbildern. Ich war der Meinung, Fehler die gemacht werden, müssten brachial von mir angesprochen werden, damit sie sich in das Unterbewusstsein förmlich einbrennen. Ich verwendete bspw.  die “Sandwichtechnik“  : Lob – Kritik – Lob. In bestimmten Situationen ist die Technik sinnvoll. In einem Mitarbeitergespräch beispielsweise. Die Sandwichtechnik beschreibt die Realität. Ein Mitarbeiter hat gute Leistungen erbracht, aber auch Fehler gemacht. Beides muss artikuliert werden. Am Anfang sollte das Lob stehen um das Gespräch in einen entspannten Modus einzuleiten, zwischendurch werden natürlich auch die Fehler artikuliert und am Schluss noch mal eine besonders gute Leistung hervorgehoben, damit das Gespräch einvernehmlich endet und der Mitarbeiter mit einem guten Gefühl das Gespräch verlässt.

Diese Technik eignet sich nicht im Rahmen einer Analyse für einen 5 Minuten Vortrag in einem Rhetorik Seminar. Bspw. habe ich einen Redner gelobt und zwischendurch kritisch bemerkt, dass seine Modulation einen Touch einer Grabrede ähnelte. Andere Teilnehmer bestätigten diese Wahrnehmung, was dann natürlich noch als Verstärker diente. Das schlug ein als Frustrations-Motivation! Für den Redner entstand keine positive Prägung.

Es ist natürlich wichtig, dass ein Teilnehmer neben seinen Fähigkeiten auch seine Redeinkompetenzen ermittelt oder vermittelt bekommt, allerdings nur durch positives Priming. Die Grabreden-Synapse darf sich im Gehirn nicht etablieren. Damit das nicht passiert, darf diese Inkompetenz nicht von außen artikuliert werden. Beispiel:

Die Video Aufnahme zeigt mehrfach wie sich der Redner während seiner Präsentation am Kopf kratzt. Der Trainer kommentiert: „Da kratzen Sie sich am Kopf Herr Müller. Das kommt nicht gut an bei den Zuhörern. Da, sehen Sie schon wieder….“

Frustrations-Motivation! Der Teilnehmer sieht selbst, dass er sich häufig am Kopf kratzt. Er kommentiert vielleicht sogar sein Verhalten „Ah da kratze ich mich ständig am Kopf, das habe ich gar nicht so wahrgenommen!“

Hierbei handelt es sich nicht um Frustrations-Motivation! Es handelt sich um Einsicht! Einsicht, ist der erste Schritt, seine Motive zu ändern oder sich zukünftig bei einer Präsentation nicht mehr am Kopf zu kratzen.

Bezüglich der Modulation ist es nicht ganz so einfach eine Vorwärts-Motivation zu erreichen. Aber auch hier kann ein Trainer Methoden entwickeln, dem Teilnehmer über  Einsicht, die von innen kommt, seine Redeinkompetenzen zu vermitteln. Jedes Priming in einem Seminar, muss quasi eine „Vorwärts-Motivations-Synapse“ im Gehirn besetzen.

Grundsätzlich kann ich Ihnen aber bezüglich dem Thema Modulation garantieren: Sie können ein noch so monotoner Redner sein, Sie werden eine Technik erlernen, anhand deren Sie zukünftig Ihre gesamte Modulation drastisch aufwerten.

Welche weiteren Benefits bringen Ihnen mein Rhetorik Seminar?

  1. Pausen takten, wie eine Obama Kopie! Obama ist Pausenweltmeister!
  2. Smaltalk als Einstieg in tiefe Gespräche oder Überbrückung peinlicher Schweigeminuten!
  3. Fragetechnik nach Sokrates Vorbild!
  4. Affirmation: Eine Analogie zum griechischen Smart Phone Display. Mehr kann ich jetzt nicht verraten.
  5. Wie Ihnen die Unterscheidung der fünf Gedächtnisse weiterhelfen, sich intellektuell – und damit auch rhetorisch –  weiter zu entwickeln, die da lauten: Das prozedurale Gedächtnis, die Prägung, das perzeptuelle Gedächtnis, das kontextuelle Gedächtnis und  das episodisch-autobiografische Gedächtnis.
  6. Und natürlich Elemente der klassischen Rhetorik

 

Zum Schluss möchte ich den übergewichtigen Lesern oder Hörern sagen, die übergewichtig sind aufgrund von Krankheiten, dass ich sie natürlich nicht mit meinen Formulierungen und Beschreibungen angesprochen habe. Hier dürfen sich nur die Leser oder Hörer angesprochen fühlen, die diesen Zustand durch einen gewissen Laissez fair erreicht haben.

 

In eigner Sache:

Unsere nächsten drei Rhetorik Seminare finden alle im Mai statt:

Rhetorik Grundlagen Seminar 08.05.19 10.05.19 München 950,00 EUR Jetzt buchen
0014 Rhetorik Grundlagen Seminar 15.05.19 17.05.19 Frankfurt a.M. 950,00 EUR Jetzt buchen
0014 Rhetorik Grundlagen Seminar 22.05.19 24.05.19 Zypern 450,00 EUR Jetzt buchen

 

Die nächsten drei PMP Zertifizierungsvorbereitungen:

Vorbereitung PMP Zertifizierung zum Last Minute Preis 01.04.19 05.04.19 Dresden 1490,00 EUR Jetzt buchen
0007MS Vorbereitung PMP Zertifizierung 08.04.19 12.04.19 Berlin 1790,00 EUR Jetzt buchen
0001MS Vorbereitung PMP Zertifizierung 15.04.19 19.04.19 Zypern 990,00 EUR Jetzt buchen

 

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